Geschichte des Alten Friedhofs am Jahnplatz

Seit den Stadtgründungen im frühen Mittelalter bestatteten die Bürger ihre Toten auf den Kirchhöfen unmittelbar bei den Kirchen. Dies änderte sich 1804, als Napoleon bestimmte, dass neue Begräbnisplätze außerhalb von Städten und Ortschaften mit einer Entfernung von 35 m anzulegen seien.


1808

beschließt der Magistrat der Stadt Bielefeld, auf rund 14.500 qm eine Begräbnisstätte der damals 6.000 Einwohner zählenden Stadt zu errichten. Die Fläche wurde mit einer 2 ½ m hohen Ziegelsteinmauer eingefasst und mit einem monumentalen Eingangsportal ausgestattet. Zwei Torpfeiler aus Sandstein von 5 m Höhe und 1 m Stärke hielten ein schmiedeeisernes Flügeltor.

1811

wurde der Friedhof zur heutigen Körnerstraße hin erweitert.

1874

wurden zwei weitere kommunale Friedhöfe angelegt, seitdem trägt der Friedhof am Jahnplatz den Namen "Alter Friedhof".

1874

beschloss der Magistrat, den Alten Friedhof zu schließen und in eine Parkanlage umzuwandeln. Eine Entwidmung ist jedoch nicht ausgesprochen worden, so dass in den vorhandenen Erdbegräbnisstätten auf Wunsch von Angehörigen noch vereinzelt Bestattungen durchgeführt wurden.

1893

wurde der Alte Friedhof ein letztes Mal erweitert, so dass er schließlich 16.169 qm groß war. Alle weiteren Veränderungen hatten eine Verkleinerung der Bestattungsflächen zur Folge.

1909

wurde die Körnerstraße ausgebaut. Das hierfür benötigte Gelände vom Friedhof (ca. 275 qm) war schon belegt, so dass mehrere Umbettungen vorgenommen werden mußten.

1928

wurde das "Haus der Technik" an der Heeper Straße erbaut. Hierfür wurde eine Friedhofsfläche von rund 2.100 qm entlang der Heeper Straße abgegeben. Dabei wurde das repräsentative Eingangsportal einschließlich dem Totengräberhäuschen abgerissen.

1933

wurde an der Turnerstraße der Kinderspielplatz gebaut, für den 1.360 qm Friedhofsfläche benötigt wurden.

1966

wurden für die Verbreiterung der Heeper Straße nochmals rund 2.000 qm Friedhofsfläche geopfert.

1983

wurden 302 denkmalwürdige Grabmale aufgenommen. Davon sind 33 Steine älter als 1850. Hierüber wurde eine Fotoarchiv angelegt. Viele bekannte Bielefelder Persönlichkeiten wurden im Laufe der Jahrzehnte auf dem Alten Friedhof beerdigt. Unter ihnen die Bürgermeister Körner und Delius, die Kaufleute und Fabrikanten Bansi, Bozi, Crüwell, Upmann und Woermann sowie der Schauspieler Junkermann und die Sängerin Marie Crüwell.

1986

wurde der Friedhof als Gesamtanlage mit den Grabmalen und Grünanlagen unter Denkmalschutz gestellt, da er als Begräbnisplatz des 19. Jahrhunderts eine hohe stadtgeschichtliche und kulturhistorische Bedeutung hat.

25.05.2000

der Rat der Stadt Bielefeld beschloss, den Betrieb des "Alten Friedhofes" wieder aufzunehmen und durch die Friedhofs GmbH Bielefeld durchführen zu lassen. Seitdem wird der Friedhof wieder von der Bielefelder Bevölkerung als Begräbnisstätte eingesetzt.

01.07.2000

der Alte Friedhof am Jahnplatz wurde von der Friedhofs GmbH Bielefeld, die am 30.06.2000 gegründet wurde, wieder in Betrieb genommen. Wegen des Vandalismus der vergangenen Jahre wurde der Alte Friedhof mit einem 2 Meter hohen Zaun versehen und nachts verschlossen. Ein Sicherheitsdienst geht täglich, auch nachts, seine Runden.

07.09.2001

Einweihung und Inbetriebnahme der Kapelle auf dem Alten Friedhof am Jahnplatz.

2004

wurde der Friedhof zwischen Kapelle und Körnerstraße, um ein Reihengrabfeld erweitert, sowie die dafür erforderlichen Wege hergerichtet.

2005

wurden die freien Flächen zwischen der Kapelle und der Körnerstr. sowie im Eingangsbereich der Friedrich-Verleger-Str. überplant und der Bezirksvertretung Mitte zur Beschlussfassung vorgelegt. Dies hat am 20.10.05 eine Beschlussfassung bis auf weiteres ausgesetzt.

2006

die Friedhofs GmbH kauft das Verwaltungsgebäude, Brackweder Str. 70 auf dem Sennefriedhof und führte umfangreiche Modernisierungsarbeiten durch.

2007

wurde nach Beschlussfassung der Bezirksvertretung Mitte ein weiterer Ausbau von Wahlgräbern im Zentralbereich des Friedhofes realisiert.

2008

wurde ein weiteres Gräberfeld im Eingang Körnerstr. für 23 Erdwahlgräber eingerichtet. Darüber hinaus wurde auf einigen Grabfeldern die Bodendeckerbepflanzung entfernt und durch eine Raseneinsaat ersetzt. Damit wurde der veränderten Kundenachfrage nach Rasengräbern entsprochen.

Heute

verfügt der Alte Friedhof über 11.500 qm Fläche, es besteht die Möglichkeit von Erdbestattungen in Wahlgräbern, Reihengräbern oder anonym, sowie Urnenbeisetzungen in Wahlgräbern, anonym oder im Kolumbarium.

Auch in der neu errichteten Kapelle werden Urnenbeisetzungen vorgenommen.